Pilz & Pils

Die Leinacher

Vereinsgemeinschaft Leinach

Leinacher Dorffest Pilz & Pils

In diesem September findet wieder das "etwas andere" Dorffest

"Pilz & Pils" in Leinach statt.

Eine Veranstaltung "vom Ort für den Ort" und alle seine Gäste.

Wie alles begann ...

Zum Pilz & Pils, eine Idee wird geboren!

 

Als sich im kleinen Örtchen Leinach, am Fuße der Haßberge, einige Dorfbewohner gemütlich zusammenfanden, ahnten sie noch nicht, dass an diesem Abend eine ganz und gar ungewöhnliche Idee für ein Dorffest geboren wurde. Man sprach darüber, dass sich die Einwohner der ehemals sehr armen Ortschaft zu einem großen Teil vom Wald und aus dem Wald ernährten. Da waren zum Beispiel die Holzknechte, die im Winter mit dem Holzeinschlag ein Zubrot verdienten. Die meisten Bauern und Tagelöhner nutzten den Wald jedoch, indem sie für ihr Vieh Laub als Einstreu sammelten und Gras als Nahrung rupften. Holz durfte oft nur als Reis- und Leseholz gesammelt werden. Bucheckern waren als Viehfutter und Speiseölquelle begehrt. Wildbret aus dem Wald gehörte dem Staat oder dem Kleinadel, doch ein Nahrungsmittel war – insbesondere im Herbst – oft reichlich vorhanden: Pilze.

 

Aus mündlicher Überlieferung ist bekannt, dass es in Leinach schon immer Pilzexperten gegeben hat, die den Unterschied zwischen Genuss und Vergiftung wohl kannten, obwohl die Wörter „Mykologie“ (Pilzkunde) und „Toxikologie“ (Giftigkeit) bis dato nur der Wissenschaft bekannt waren. Bis in die Mitte des vorigen Jahrhunderts war der Verzehr von Pilzen somit nicht nur in Leinach fester Bestandteil des herbstlichen Speiseplanes.

Einen vorerst letzten Höhepunkt erlebte das „notwendige“ Sammeln von Pilzen, als Flüchtlinge und Heimatvertriebene nach dem Zweiten Weltkrieg auch ins Grabfeld kamen und ihren kargen Mittagstisch mit Pilzen anreicherten.

 

Nach dem Wirtschaftswunder der 50er Jahre geriet das Pilzesammeln jedoch mehr und mehr in Vergessenheit, lediglich in der benachbarten „Ostzone“ hat sich die Tradition des Pilzesammelns bis in die Wendezeit der 90er Jahre bewahrt. Die zeitweise Verstrahlung der Pilze nach der Tschernobyl-Katastrophe bewirkte den nahezu vollständigen Stop des Pilzesammelns in West und Ost.

So – oder so ähnlich haben sich die Leinacher an jenem Abend erinnert und beschlossen, irgendwann im Herbst ein Dorffest rund um den Pilz zu organisieren.

 

Viele Leinacher beteiligten sich in der Vorbereitungszeit mit Ideen und praktischer Umsetzung am Projekt „Pilz und Pils“. Dies ist vordergründig zugegeben ein sprachlicher Klimmzug, denn die Stadt Pilsen als Namensgeberin des gleichnamigen Bieres in Tschechien hat natürlich nichts mit dem Speisepilz zu tun. Dennoch existiert eine inhaltliche Verwandtschaft: Ohne Pilz kein Pils, denn die Hefe als wichtiger Bestandteil des Bieres ist schließlich nichts anderes als ein Pilz.

 

So hielten die Leinacher am Wochenende des 19. und 20. Septembers 2009 viele Attraktionen rund um den Pilz und rund um das Pils für die zahlreichen Besucher bereit: Alte Felsenkeller wurden wieder hergerichtet, um Speisepilzkulturen darin zu züchten. Zum Essen gab es Pilzgerichte verschiedenster Art. Und neben vielen anderen kulinarischen und kulturellen Angeboten wurde eine Pilzwanderung unter sachkundiger Führung angeboten.

Der gesamte Gewinn des ersten Festes wurde für den Neubau des Kinderspielplatzes in Leinach verwendet.

 

Gestärkt durch den großen Erfolg möchten wir unsere Gäste aus nah und fern alle 2 Jahre unter dem Motto „Pilz & Pils“ in Leinach herzlich begrüßen.

 

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